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09. Dezember 2011 Von Meike Mittmeyer

Phang Nga: Wie 007 alles veränderte

Phang Nga – Der „James-Bond-Felsen“ kurbelte in Thailand 1974 den Tourismus an – Bootstour zwischen bizarren Hügeln und einsamen Inseln

| Vergrößern | Ein Felsen schreibt Geschichte: Erst nachdem im Jahr 1974 in der Phang Nga-Bucht der James-Bond-Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ gedreht wurde, entdeckte die Welt diese thailändische Region als Reiseziel. Der Brocken ist bis heute ein Besuchermagnet. Foto: Meike Mittmeyer

Nach und nach tauchen die steil in den Himmel ragenden Felsen aus dem Dunst auf, wirken zuerst grau, dann schwarz, und erst von Nahem lässt sich erkennen, dass die Brocken über und über mit Pflanzen bewuchert sind: Palmen, die im 90-Grad-Winkel nach oben wachsen, ein Stück Regenwald mitten im Indischen Ozean. Es ist eine bizarre Landschaft, die sich dem Betrachter im Ao Phang Nga-Nationalpark im Süden Thailands offenbart. Sie ist bis heute eines der beliebtesten Ausflugsziele.Dabei ist der Kalksteinfelsen namens Khao Ta-Pu (wörtlich: Nadelfelsen), der die Region 1974 als Reiseziel berühmt machte, einer der kleineren und weniger spektakulären in der Phang Nga-Bucht. Trotzdem ist er es, der besonders in der Hochsaison Hunderttausende Touristen anlockt. Dann umlagern unzählige Boote den Brocken, der auf dem Kopf zu stehen scheint: oben breit, unten schmal.Vor 37 Jahren bildete er die Kulisse für den James-Bond-Streifen „Der Mann mit dem goldenen Colt“ mit Roger Moore. Im Film wird die Landschaft als Halong-Bucht in Vietnam verkauft, am Originalschauplatz bekamen die Macher wegen des Vietnam-Krieges keine Drehgenehmigung.Für das touristisch bis dato unerschlossene Thailand war es der Beginn einer neuen Ära. „Die ersten Touristen strömten kurz nach dem Kinostart nach Thailand, es gab noch keine Hotels, keine Infrastruktur“, sagt Martin Kapella. Der Österreicher ist vor sechs Jahren ausgewandert und führt Besuchergruppen per Speedboot durch den Nationalpark, der seit Anfang der Achtziger unter Naturschutz steht.Auch wenn der „James-Bond-Felsen“ für einige zweifellos der Höhepunkt einer Tour durch den Nationalpark ist, hat diese Wasserwelt, die sich im Dreieck zwischen den Regionen Phang Nga, Phuket und Krabi erstreckt, noch deutlich mehr zu bieten: Einsame Inseln mit weißen, von Palmen gesäumten Sandstränden wie etwa Koh Yao, die besonders bei flitternden Pärchen beliebt sind und sich bestens für eine Mittagsrast anbieten, um frisch gepressten Mangosaft und „Phuket-Langusten“ zu verköstigen.Auch Koh Panyee, ein vor rund 200 Jahren von indonesischen Einwanderern gegründetes Fischerdorf auf Stelzen mitten im Meer, ist ein sehenswerter Zwischenstopp. Etwa 1500 Menschen leben heute noch hier, durch die Bucht und die Inseln vor hohen Wellen geschützt (selbst der Tsunami 2004 konnte diesem Dorf nichts anhaben).Und natürlich ist es allein schon ein Erlebnis für sich, per Boot mit 65 Kilometern pro Stunde über das türkisblaue Wasser zu heizen, die warme, salzige Luft und die Gischt im Gesicht zu spüren und die fabelhafte Landschaft auf sich wirken zu lassen, bis die bizarre Hügellandschaft langsam wieder im Dunst verschwindet, je näher das Festland rückt.

 
 


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