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16. Oktober 2010 ha

Drei Tage Tokio und zurück

| Vergrößern | Japanische Traditionen im Tempelbezirk von Tokio.

Montags um 13.30 Uhr nach Tokio und am Mittwoch um 14.15 wieder zurück in Frankfurt? Ein Kurztrip in die japanische Metropole ist durchaus machbar, wenngleich ziemlich anstrengend. Wir haben es probiert.

Der Flug nach Japan dauert zehn Stunden, die Japaner sind uns in der Zeit sieben Stunden voraus. Also landet der Flieger dienstags gegen acht Uhr auf dem internationalen Flughafen Narita, der übrigens seit Jahren zwischen 23 und 6 Uhr ein absolutes Nachtflugverbot hat. Von dort fahren Shuttlebusse in die Tokioter Innenstadt, die je nach Verkehrsaufkommen zwischen einer und zwei Stunden unterwegs sind.

In Tokio gibt es Hotels aller Klassen bis hin zu Massen-Schlafkojen, in denen jeder für ein paar Euro übernachten kann.

Doch schlafen will zunächst niemand, denn wer gegen 10 Uhr in der Innenstadt ankommt, wird schnell in seinem Hotel einchecken und sich dann auf den Weg durch die Stadt machen.

Ein richtiges Zentrum wie in anderen Städten gibt es in Tokio nicht. Die großen Einkaufsstraßen befinden sich in der Regel in unmittelbarer Nähe der vielen Bahnhöfe der 13 Millionen Einwohner zählenden Metropole. Der Nahverkehr ist gut ausgebaut, von einem Leihwagen ist wegen des hohen Verkehrsaufkommens und vor allem wegen des Linksverkehrs abzuraten.

Auf jeden Fall sollte man den Kaiserpalast besuchen. Der Palast selbst ist zwar nicht öffentlich zugänglich, dafür kommt man über einen großen Platz bis zur Brücke mit den Wachhäuschen, in denen Soldaten stehen und den Eingang im Auge haben. Otto Benz, Lufthansa-Generalmanager in Tokio, sieht in einer Reise nach Japan »eines der letzten Erlebnisse des Tourismus«. Werbung als Fremdenverkehrsland machen die Japaner kaum, sie sind eigentlich nur auf Geschäftsleute eingestellt.

In Tokio sehen alle Autos aus, als ob sie gerade vom Band gelaufen seien. Selbst Baustellenfahrzeuge sind sauber. Bus- und Taxifahrer tragen weiße Handschuhe, in Hotels, Kaufhäusern und Restaurants gibt es Personen, die nichts andere tun, als sich zur Begrüßung der Gäste tief verbeugen. Im Straßenverkehr wird kaum gehupt. Dass jemand bei Rotlicht über eine Kreuzung läuft oder fährt, ist in Japan undenkbar. »Hier hilft jeder dem anderen. Mit Freundlichkeit und Respekt kommt man sehr weit«, erzählt Benz, der mit seiner Familie seit sieben Jahren in Tokio lebt. Wenn man einen Japaner nach dem Weg frage, sei es für ihm selbstverständlich, einem bis zum Ziel zu begleiten.

Die Freundlichkeit der Japaner ist auch am Flughafen zu spüren. Die Fluggäste werden bei ihrem Eintreffen von Männern und Frauen in weißen Uniformen mit einer tiefen Verbeugung begrüßt. Freundliche Geister helfen beim Ausfüllen des Einreiseformulars, der Pass wird mit einer Verbeugung und einem Lächeln zurückgegeben und die Zollkontrolleure sind ebenfalls ausgesprochen freundlich. Wie verstört müssen Japaner sein, wenn sie die ruppige Abfertigung der Sicherheitsbehörden in Frankfurt erleben oder wieder zurück in eine andere Warteschlange geschickt werden, wenn sie sich versehentlich bei ihrer Einreise falsch angestellt haben. Die Lufthansa-Manager sehen gerade in Frankfurt in diesen Punkten noch Handlungsbedarf.

Doch zurück nach Tokio. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Tempelbezirk. Eigentlich sind die Japaner nicht sehr gläubig. Viele sind Buddhisten und kommen regelmäßig in das quirlige Tempelviertel. Dann praktizieren sie bestimmte Riten, werfen ein wenig Geld in die Spendenbehälter und lassen sich auf kleinen Schriftrollen ihr Schicksal vorhersagen.

Viele Japaner sprechen zumindest gebrochen Englisch, weshalb die Verständigung kaum Probleme bereitet. Essen kann man in Tokio vorzüglich. Doch in den meisten Restaurants gibt es kein Besteck, sondern Stäbchen. Also vorher schon mal üben.

Nach einer kurzen Nacht im Hotel geht es morgens in aller Frühe zurück zum Flughafen, denn das Flugzeug startet bereits um 9.35 Uhr Tokioter Zeit. Die Erschöpfung kommt dann auf dem Heimflug. Doch man hat ja zehn Stunden Zeit, um sich auszuschlafen, bevor der A 380 wieder in Frankfurt landet.

Die beste Reisezeit für Tokio sind Frühjahr und Herbst. Im Sommer liegen die Temperaturen meist an mehr als 100 Tagen jenseits von 35 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit nahe bei 100 Prozent. Die Tokioter halten sich dann nur in klimatisierten Räumen auf.


FOTOGALERIE
 
 
Mit dem A 380 nach Tokio

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