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16. Juli 2011  | Von Dagmar Krebs

Florida: Wilde Jagd im Freizeitpark

Passend zur Achterbahn „Cheetah Hunt“ tummeln sich in dem Erlebnispark Bush Gardens die Raubkatzen in einem weitläufigen Gehege

 
| Vergrößern | Wilde Jagd: „Cheetah Hunt“ in Bush Gardens. Foto: Dagmar Krebs


Lange Strände, blaues Meer und Sonnenschein sind garantiert: Florida ist für viele der Inbegriff vom Traumurlaub. Wem der Müßiggang zu langweilig wird, sollte einen Ausflug in die Gegend um Orlando und Tampa machen. Seit mehr als 50 Jahren gelten die dortigen Freizeit- und Vergnügungsparks als Eldorado für Unternehmungslustige. Doch in die Jahre gekommen sind die Parks nicht. Dafür sorgen immer neue Attraktionen, Achterbahnen und Shows.
Zum Beispiel in Bush Gardens in Tampa Bay. „Cheetah Hunt“ ist zwar nicht die größte, höchste oder schnellste Achterbahn. Aber mit ihrem permanenten Geschwindigkeitswechsel und der überraschenden Streckenführung bietet sie als abwechslungsreiches Fahrgeschäft den größtmöglichen Spaßfaktor, sie spricht alle Sinne an und soll den Passagieren die Illusion geben, wie ein Gepard seiner Beute nachzujagen.

Bush Gardens und Sea World

Der Erlebnispark Bush Gardens ist ganzjährig jeden Tag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet für Erwachsene 77,99 Dollar, für Kinder bis neun Jahre 69,99 Dollar. Adresse: Bush Gardens Tampa Bay, 3605 Bougainvillea Ave., Tampa, Florida.
Seaworld Orlando ist ganzjährig täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet, Eintritt für Erwachsene 79,99 Dollar, für Kinder bis neun Jahre 71,99 Dollar. Adresse: Seaworld Orlando, 7007 Seaworld Drive, Orlando, Florida.
Der Erlebnispark Discovery Cove in Orlando ist ganzjährig täglich von 9 bis 17.30 Uhr geöffnet, Einchecken ab 8 Uhr. Im stattlichen Eintrittspreis (ab 199 Dollar zuzüglich Steuern) ist der unbegrenzte Zugang zu allen Schwimm- und Schnorchelbereichen enthalten, eine Dolphin-Swim-Session, Frühstücksbuffet, Mittagessen, Snacks und Getränke sowie die komplette Schnorchelausrüstung und die Betreuung durch einen persönlichen Guide. Aufgrund der begrenzten Besucherzahl (maximal 1000 pro Tag) müssen Gäste ihren Aufenthalt vorab reservieren. Eintrittskarten für die Discovery Cove sind in deutschen Reisebüros über die Programme von TUI, Thomas Cook, Dertour, Meier's Weltreisen und FTI buchbar. Adresse: Discovery Cove, 6000 Discovery Cove Way, Orlando, Florida.
Weitere Informationen über die beschriebenen Erlebnisparks über Telefon 06102 366636, E-Mail SeaWorldParks@noblekom.de , Internet www.seaworldparksblog.com .


Kaum sind die Sicherheitsbügel heruntergeklappt und eingerastet, geht es auch schon los. Sechzehn Passagiere sind an Bord. Der Wagen wird mit einer Geschwindigkeit von 64 Stundenkilometern aus der Station herausgeschleudert, man hört erste laute Schreie. Die anschließende sanfte Linkskurve lässt kaum Zeit zum Durchatmen, schon wird schlagartig auf 97 Stundenkilometer beschleunigt und der Schlitten in eine Höhe von 31 Metern katapultiert. Die Fahrgäste reißen die Arme in die Luft, viele brüllen vor Begeisterung. Kurz darauf stürzen sie fast 40 Meter tief in eine Schlucht, rasen durch die Savanne, überqueren Hügel in Steilkurven, folgen einem Flusslauf, um kurz vor der Endstation noch einmal auf 64 Stundenkilometer beschleunigt zu werden. Nach dreieinhalb Minuten inklusive Ein- und Aussteigen ist der Thrill vorbei.
„Die Idee für Cheetah Hunt kam mir vor sechs Jahren“ erzählt Mark Rose, Vice President of Design & Engineering in Bush Gardens, „Ich sah ein Video von Star Wars und begeisterte mich für die Antriebsgeschwindigkeit der Raumschiffe. Da Geparden auf der Jagd ebenfalls enorme Beschleunigungen erreichen, entschieden wir uns, eine Achterbahn zu entwerfen, die beides kombiniert.“
Seit 30 Jahren gab es keinen Geparden mehr im Tierpark von Bush Gardens. Während die Bauarbeiten an der Achterbahn auf Hochtouren liefen, trafen im Januar 2011 die ersten fünf Raubtiere in Bush Gardens ein. Vierzehn Exemplare der vom Aussterben bedrohten Tierart haben in dem Habitat „Cheetah Run“ auf einer Fläche von über 1000 Quadratmetern inzwischen eine neue Heimat gefunden. Das Gelände bietet den Geparden eine Steppe, natürliche Felsen, schattige Nischen, einen Wasserfall sowie einen 67 Meter langen Pfad, auf dem die Raubkatzen herumrennen können. An der Aussichtsplattform kommen die Besucher den Tieren ganz nah.
| Vergrößern |
Naturnah gestaltet: Gepardengehege in Bush Gardens. Foto: Dagmar Krebs
Eine Attraktion für Kinder, die die Mindestgröße von 1,22 Meter für die Fahrt mit der Achterbahn noch nicht erreicht haben, ist das Geparden-Baby Kasi. Es wächst im Tiergehege gemeinsam mit dem fünf Monate alten Labradorwelpen Mtani auf.
Im Erlebnispark Seaworld in Orlando sorgt eine neue Orca-Show für Aufsehen. Die beiden riesigen Schwertwale liegen der Trainerin völlig entspannt zu Füßen. Das einstudierte Küsschen, das sie sich geben, reißt die Besucher zu Beifall hin. Da macht es vielen Zuschauern gar nichts aus, dass sie nur wenige Minuten später von vier anderen Walkollegen klatschnass gespritzt werden.
Die im April gestartete Walshow „One Ocean“ ist ein modernes Hightech-Erlebnis. Auf riesigen LED-Screens werden Bilder einer atemberaubenden Unterwasserwelt gezeigt, während die Orcas im Becken auf spektakuläre, aber natürlich wirkende Art und Weise springen, spielen und mit dem Publikum Kontakt aufnehmen. Fontänen, Spezialeffekte und eine bunte Beleuchtung sollen helfen, eine Mission zu vermitteln. Kelly Flaherty Clark, Kuratorin des Tiertrainings bei SeaWorld Parks & Entertainment, erklärt die pädagogische Botschaft: „Die Orcas sind Repräsentanten eines einzigartigen Lebensraumes, des Ozeans. Die Show soll den Menschen ermuntern, der Erde und allen ihren Lebewesen Fürsorge und Respekt entgegenzubringen.“
In der „Discovery Cove“ können sich die Besucher selbst ins Wasser begeben und eine künstliche Unterwasserlandschaft erkunden. Der Höhepunkt ist das Schwimmen mit Flipper und seinen Artgenossen. Bis zu den Schultern steht Kimmo mit einer Gruppe von vier weiteren Besuchern im Salzwasser der Lagune. Er streichelt die Delfindame Maryah, nimmt vorsichtig ersten Kontakt zu dem Meeressäuger auf. Trainerin Cathy beobachtet die Reaktion des Tieres. Auf ihr Handzeichen dreht sich Maryah, winkt mit der Flosse und wackelt mit dem Schwanz. Behutsam darf Kimmo schließlich ihren Kopf in beide Hände nehmen, ihr ein Küsschen auf die feuchte Nase drücken und eine Runde mit ihr schwimmen.
Spätestens seit der US-Serie „Flipper“ träumen Kinder und Erwachsene davon, mit Delfinen zu schwimmen. Bereits im Jahr 2000 eröffnete das Tagesresort Discovery Cove in Orlando seine tropische Wasser- und Lagunenlandschaft für Besucher. Der Höhepunkt war seither das Schwimmen mit Flipper und seinen Artgenossen.
Jetzt hat der Erlebnispark eine weitere Attraktion. Im Juni wurde „The Grand Reef“ eröffnet. Das künstliche Riff bietet Heimat für 10 000 Tiere, darunter 125 verschiedene Fisch-, Rochen- und Haiarten. Die Besucher können im flachen oder tiefen Wasser zwischen bunten, harmlosen Fischen schwimmen und schnorcheln, gefährlichere Arten wie Haie oder giftige Feuerfische bleiben sicherheitshalber hinter Glas. Die künstlich angelegten Korallenbänke sind natürlichen Riffen nachgebaut. Auch hier gibt es eine ökologische Botschaft, erklärt Jason Nimey, Delfintrainer in Discovery Cove. „Es ist unsere Aufgabe, uns verantwortlich um die gefährdeten Korallenriffe der Welt zu kümmern. Im Grand Reef bringen wir diese Verantwortung den Besuchern nahe.“
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Schmusekurs: Ein Schmatzer vom Delfin ist der Höhepunkt des Badevergnügens in der Discovery Cove in Orlando. Archivfoto: Nobert Bartnik
Mit einem speziell entwickelten Taucherhelm kann man sich ab sofort im Riff auf einen Unterwasserspaziergang begeben. Die Tour dauert rund eine Stunde und wird von einem Führer begleitet.

 
 
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