Das „Blue Mountain Resort“ liegt an der Georgian Bay, einem Teil des Huron Sees, etwa 150 Kilometer nördlich von Toronto . Im Winter sind die von 15 Liften erschlossenen Hänge ein bevorzugtes Wochenendziel für Skifahrer aus Toronto. Der aus der Slowakei stammende Jozo Weider hatte dort schon in den vierziger Jahren eine bescheidene Lodge und einen ersten Lift bauen lassen, seither wurden die Anlagen kontinuierlich ausgebaut. Für europäische Wintersportler, die von den weitläufigen Skiarenen der Alpen verwöhnt sind, haben die sanften Abfahrten allerdings nur geringen Reiz. Neben den öffentlichen Skigebieten gibt es auch mehrere private Skiclubs mit eigenen Liften, die nach dem Muster von Golfclubs funktionieren: Die Pisten sind nur für Clubmitglieder zugänglich, Privatlehrer zeigen ihnen die perfekten Schwünge.
Unterkünfte und Abendunterhaltung findet man in der rund um einen künstlichen See angelegten „Village“, die stark an das Skidorf im westkanadischen Whistler erinnert. Das ist kein Wunder, denn Betreiber ist in beiden Fällen die Intrawest Company. Die mit einem bunten Mix von Baustilen angelegten Gebäude der Hotels, Restaurants und Boutiquen haben einen Hauch von Disneyland. Um das ursprünglich nur als Winterreiseziel vermarktete Resort ganzjährig attraktiv zu machen, werden immer neue Attraktionen geschaffen – im vergangenen Sommer zum Beispiel der „Ridge Runner“. Auf der über 1000 Meter langen achterbahnartigen Anlage saust man in zahlreichen Kurven von den Berghöhen ins Tal hinunter. Wer will, kann vor den Kurven die seitlich angebrachten Bremsen betätigen, am meisten Spaß aber macht es, wenn man in voller Geschwindigkeit ins Ziel rauscht. Wer noch mehr Abenteuer sucht, leiht sich ein Mountainbike aus und rast auf diversen gut ausgeschilderten Kursen über Stock und Stein die Hänge hinunter.
Die kanadische Fluglinie Air Transat fliegt von Ende April bis Oktober fünfmal wöchentlich von Frankfurt nach Toronto, Flugpreis ab 539 Euro inklusive Steuern, Auskünfte und Buchungen über Telefon 00800 872 672 88 (gebührenfrei) und unter www.airtransat.de.
Auskünfte über die Attraktionen des „Blue Mountain Resorts“ unter www.bluemountain.ca und www.bluemountainvillage.ca, über Kayaktouren unter www.freespirit-tours.com, über den Treetop-Walk unter www.sceniccaves.com und über die Scandinave Spa unter www.scandinaveblue.com.
Übernachten kann man sehr komfortabel im Westin Trillium House Blue Mountain (www.westin.com/bluemountain).
Weitere Reisetipps bei OntarioTourism, c/o Lieb Management, Telefon: 089 68906 3837, Internet: www.ontariotravel.net.
Eher gemächlich verläuft dagegen eine Kajaktour auf dem Beaver River wenige Kilometer nordwestlich von den Blue Mountains. Der Fluss hat nur ein geringes Gefälle, von Wildwasser kann hier keine Rede sein. Aber die dichten Laubwälder, die man bei der Fahrt passiert, strahlen einen besonderen Zauber aus. „Mit dem Kajak oder Kanu einen Fluss hinunterzufahren, das ist einfach das typische Kanada-Erlebnis“, sagt Jim Samis, der die Paddeltour leitet und viel über die Tier- und Pflanzenwelt der Umgebung zu erzählen weiß. Zum Beispiel über die Biber, die dem Fluss den Namen gaben. Ab und zu muss man um einen von Bibern gefällten Baum herumumpaddeln, aber Stromschnellen gibt es nicht. „Hier können die Leute einfach nur eine entspannte Tour machen und die Landschaft genießen“, sagt Jim.
Auch hier gilt das, was die gesamte Region rund um die Blue Mountains auszeichnet: Kein Stress, alles verläuft sehr relaxed, alles ist unter Kontrolle. Outdoor-Abenteuer für Einsteiger also, nichts für Wildnis-Profis, die erst richtig froh sind, wenn sie in absoluter Einsamkeit mit den Elementen ringen können.
Zum kontrollierten Outdoor-Vergnügen gehört auch ein Treetop-Walk. An Stahlseilen gesichert, geht es auf schwankenden Brettern in Höhe der Baumkronen durch den Wald. Weil man sich beim Umstecken der Sicherungshaken an den 16 Baumstationen gegenseitig helfen muss, werden diese Touren auch als Teambuilding-Seminar angeboten. Zu Beginn muss sich jeder einen „Buddy“ wählen, mit dem er die Höhen gemeinsam meistert. Dass man hierbei die Natur besonders intensiv wahrnimmt, wie in den Prospekten der Veranstalter versprochen, ist dann aber doch etwas übertrieben. Angesichts des Menschentrubels zwischen den Bäumen nehmen Eichhörnchen und Vögel lieber Reißaus. Am Ende des Treetop-Walks geht es über kleine Stahlrollen an einer Zip-Line rapide bergab, wobei manche Teilnehmer mit wilden Verrenkungen oder kopfüber ins Tal sausen. Eine amerikanische Opernsängerin, die hier ein paar Urlaubstage verbringt, findet bei der Talfahrt sogar die Muße, eine Arie anzustimmen.



Merken
|













