Am „Activity-Pool“ herrscht ausgelassene Atmosphäre. Ein „Entertainer“ – so heißen hier die Animateure – kündigt die Teilnehmer des Wettbewerbs an: „Ein Applaus für Sergej aus Moskau!“
Sergej springt auf ein Surfbrett, gleitet ein paar Meter voran und wirft, kurz bevor er ins Wasser platscht, einen Ball in einen Eimer, den ein zweiter Entertainer am anderen Beckenrand bereit hält. Dazu wummert Stimmungsmusik. Wer hier untergebracht ist, darf kein Kind von Traurigkeit sein.
Am anderen Ende der Clubanlage befinden sich die beiden Relax-Pools. Hier geht es beschaulich und ruhig zu. Die Gäste liegen unter Sonnendächern, lesen Bücher oder Zeitschriften und genießen ihre All-inclusive-Cocktails, andere plätschern im Wasser herum.
„Bei uns kommt nicht der Entertainer und schmeißt dich quasi von der Liege runter, weil du nicht beim Wasserball mitmachen willst“, erklärt ein „Magic Life“-Mitarbeiter.
Der Club Kalawy Imperial, der südlich von Safaga am Roten Meer liegt, ist im Januar eröffnet worden. In dieser Region gibt es nur Sand, Steinwüsten, eine Straße und das Meer.
Das Hauptkapital ist das Korallenriff, das Clubgäste über einen eigens angelegten Steg erreichen. Eine Lagune lädt zum Baden, Kajakfahren und Windsurfen ein. Außerdem kann man Tennis und Fußball spielen oder sich im Wellnessbereich nach allen Regeln der Massagekunst durchkneten lassen.
Nach dem Abendessen – wahlweise vom Buffet oder nach Anmeldung à la carte in einem der Themenrestaurants – gibt es ein Showprogramm, anschließend kann man noch an den Bars oder in der Disco weiterfeiern.
Das Unterhaltungsprogramm entschädigt dafür, dass in der Umgebung nicht viel zu entdecken ist.
Immerhin gibt es nicht weit von Kalawy eine gespenstische Attraktion: Die „Tote Stadt“ in der Wüste. Bei einer Mountainbike-Tour mit Trainerin Mischa geht es auf Sand- und Geröllpisten hinauf ins Hinterland.
Nach 30 Kilometern ist die Siedlung erreicht, die für den Phosphatabbau gebaut wurde. Etwa 1000 Menschen lebten hier noch in den siebziger Jahren.
Übrig geblieben sind verfallene Wohnhäuser, eine Moschee und die Relikte der Schule. „Heute kommen ab und zu Jugendliche aus Safaga hier rauf gefahren, um Paintball zu spielen“, erzählt Mischa.
Sie ist fast jeden Tag mit Urlaubern in der Steinwüste unterwegs. Bei 40 Grad bekommen allerdings auch konditionsstarke Radler bisweilen die Krise. Auf der Rückfahrt zum Club geht es am Ende an der Straße entlang. Die Fahrer von Lieferwagen hupen und winken fröhlich.
„Die Ägypter denken, wir wären verrückt“, sagt Mischa. „Dass jemand hier bei der Hitze mit dem Fahrrad fährt, obwohl das Benzin so billig ist, ist schon etwas merkwürdig.“

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