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09. Januar 2010  | Von Bernd Kubisch

Auf eigene Faust durch Kenia und Tansania

Ostafrika: Auf eigene Faust durch Kenia und Tansania - ,,Tour des Leidens" auf den Kilimandscharo

| Vergrößern | Am Bamburi Beach bei Mombasa können Touristen Kamele mieten. Foto:Bernd Kubisch

Kamelreiten an Kenias Bamburi Beach, ein Bananenbier am Fuße des Kilimandscharo: Wer auf eigene Faust im Überlandbus durch Tansania und Kenia reist und auf große Safaris verzichtet, kann viel Geld sparen und dennoch Ungewöhnliches erleben. Doch die Routen sollten vorsichtig gewählt sein. Autofahrten im nördlichen Teil Kenias und nördlich vom Küstenort Malindi seien wegen möglicher Überfälle unsicher, warnt das Auswärtige Amt. Um die Hauptstadt Kenias, Nairobi, machen viele Touristen ohnehin einen Bogen.

Beliebt bei Rucksackreisenden und Einheimischen sind die Strecken zwischen Mombasa und Tansanias Hauptstadt Daressalam. Dort legen die Fähren nach Sansibar ab. Und von Kenias Touristenmetropole Mombasa nach Moshi am Kilimandscharo sind es im Bus mit Klimaanlage nur knapp sieben Stunden. Von Vorteil für solch einen Zwei-Länder-Trip sind die guten Flugverbindungen: Ferienflieger Condor steuert Mombasa, den Kilimandscharo und Sansibar an, Air Berlin Mombasa, KLM den Kilimandscharo und Daressalam.

Im ,,Salzburger Café" in Moshi in Tansania plaudern Fans des 5895 Meter hohen Kilimandscharo bei ,,Serengeti"-Bier und Wiener Schnitzel über die ,,Tour des Leidens". Knapp 30 000 Besucher aus aller Welt versuchen jährlich, den Berg zu erklimmen. Viele schaffen es nicht, einige leiden schwer unter der Höhenkrankheit. Eine Straße weiter laben sich Einheimische an warmem, breiigem Bananenbier. Es wird mit einer Kelle aus Eimern geschöpft. Ein Gast aus Berlin macht die Mutprobe, nippt, verzieht sein Gesicht und verabschiedet sich unauffällig.

Mohsi lockt als beschauliches Städtchen am Rande des berühmten Gipfels. Teurer und hektischer ist Arusha zwei Busstunden weiter westlich, die Drehscheibe für Safaritouristen. Einige, die hier Ausflüge zu Löwen und Elefanten für 40 Euro am Tag offerieren, sind Scharlatane. Eine ordentliche Safari im schlichten Campingzelt kostet pro Tag wenigstens 50 bis 70 Euro, mit guter Unterkunft, professioneller Führung und Champagner zum Sonnenuntergang ab 200 Euro aufwärts.

Tansania gilt als recht sicheres Land in Afrika. Lästig ist vor allem die Anmache selbst ernannter ,,Führer" und ,,Agenten" an den Fährhäfen von Daressalam und Sansibar. Feilschen ist ratsam, besser jedoch wird das Ticket vorher am Schalter gekauft.

Sansibar ist heute eine autonome Inselgruppe im Staate Tansania. Sie hat viel arabische Geschichte, ihre Bewohner sind mehrheitlich Muslime. Die Altstadt ,,Stone Town", das historische Herz, gehört zum Weltkulturerbe. Die Kokospalmen werden dichter, die Straßen enger. Schulkinder grüßen. Fruchtbäume und Gewürzsträucher tragen üppige Last. Sansibar ist eine Bade- und Gewürzinsel: ,,Nelkenöl hilft bei Zahnschmerzen, Zitronengras gegen Moskitos, und Kokosöl im Topf macht auch zähes Ziegenfleisch weich und schmackhaft", erzählt Fuadi Mohammed, Führer von ,,Mitu's Spice Tour", einem kleinen, traditionsreichen Unternehmen. Auf der Strecke von Daressalam nach Mombasa locken Stopps an einsamen Stränden. Hinterlassenschaften der früheren Kolonie Deutsch-Ostafrika gibt es in Tanga zu sehen: einen historischen Bahnhof und Kriegsgräber deutscher Soldaten. Die Grenzpassage im Bus dauert keine 30 Minuten. Es geht vorbei an Kokospalmen, Reisfeldern, Bananenstauden, Ziegen- und Rinderherden. Noch zwei Stunden nach Mombasa, wo Strände, kleine Tierparks, Nachtleben und das ,,Tembo" warten, die wohl größte Disco Ostafrikas. Sie wird betrieben von Walter Reif. Wie er fühlen sich etliche Einwanderer aus Deutschland an den Stränden von Mombasa wohl.

In manchen Hotels flitzen Affen durchs Restaurant, auf der Jagd nach Obst und den Zuckerdosen auf den Tischen. Besonders viele Affen toben in und um den Haller Park in Bamburi nahe Mombasa. Auch eine organisierte Tour mit Wanderung durch die üppige Natur des großen Tierparks ist erschwinglich. Am Bamburi Strand harren geduldig ein Dutzend Kamele im hellen Sand auf die Touristen.

Auskünfte:

Botschaft von Tansania, Eschenallee 11, 14050 Berlin, Telefon 030 303 0800, Internet www.tanzaniatouristboard.com. Kenya Tourist Board, Schwarzbachstraße 32, 40822 Mettmann, Telefon 02104 832919, Internet www.magical-kenya.de.


 
 
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