Einen Volksaufstand wie in Tunesien wird es in Ägypten nicht geben. Hier sind die Menschen viel zu passiv, um auf die Straße zu gehen.” Es war am 24. Januar 2011, als Hany Abdelmoneim, Direktor des Kempinski Hotels Soma Bay, gegenüber deutschen Reisejournalisten diese Worte sprach. Einen Tag danach begannen in Kairo die Demonstrationen, die zum Umsturz des alten Systems führen sollten. Abdelmoneim war nicht der einzige, der sich getäuscht hatte.
Noch immer hat die schon mehrfach hart gebeutelte ägyptische Tourismusindustrie unter den Folgen des politischen Umbruchs zu leiden, obwohl es selbst in den heißen Tagen der ägyptischen Revolution in den Ferienorten am Roten Meer ruhig geblieben war. Während die Demonstranten in Kairo und anderen Städten für Freiheit und Demokratie kämpften, saßen die Urlauber in Hurghada und anderen Orten genüsslich am Strand und ließen sich vom Personal der Hotelanlagen verwöhnen. Doch schon wenig später war es mit der Urlaubsidylle vorbei. Weil die großen Reiseveranstalter kurzfristig alle Flüge strichen, blieben auch am Roten Meer die Ferienanlagen leer. Auch nachdem die Flüge wieder aufgenommen wurden, sind viele Resorts nur spärlich gefüllt. Insbesondere deutsche Urlauber empfinden Reisen nach Ägypten noch immer als unsicher.
In der gegenwärtigen Situation ist der Luxus zu günstigen Preisen zu haben. Einen siebentägigen Pauschalurlaub im Fünf-Sterne-Hotel Kempinski Soma Bay gibt es ab 710 Euro pro Person (Flug ab Frankfurt, Übernachtung im Doppelzimmer mit Frühstück). In der Diving & Surfing Lodge „The Breakers“ gibt es den siebentägigen Aufenthalt ebenfalls mit Flug ab Frankfurt ab 522 Euro pro Person mit Halbpension.
Weitere Auskünfte in Reisebüros sowie im Internet unter www.kempinski.com/somabay, www.thebreakers-somabay.com und www.residencedescascades.com. Allgemeine Tipps für den Ägyptenurlaub gibt es unter www.egypt.travel.
Im Kempinski Soma Bay, bisher überwiegend von deutschen Gästen gebucht, blickt man gleichwohl optimistisch in die Zukunft. „Es wird von Tag zu Tag besser, die Buchungszahlen sind sehr zufriedenstellend“, erklärt Gehan Moustafa, Kempinski-Direktorin für Afrika bei einem Telefongespräch. „Hier ist alles genauso sicher wie früher.“
Soma Bay, 45 Kilometer südlich von Hurghada in der Nähe der Stadt Safaga gelegen, ist laut Abdelmoneim eine „High-End-Destination”, die sich vom Massenbetrieb anderer Destinationen abheben soll: „Die Leute, die hierherkommen, wollen ihre Ruhe haben, sie wollen keine Animation, keinen Lärm, sondern einfach nur entspannen.“ Noch vor 20 Jahren gab es an der Bucht nur Sand, Steine und etwas Gestrüpp. Der ägyptische Investor Farid Saad ließ in der Küstenlandschaft ein Urlaubsparadies mit Spitzenhotels und modernen Sport- und Wellnesseinrichtungen schaffen. Inzwischen sind rund um die Lagune mit ihrem Sandstrand vier Hotels, ein Robinson Club und eine „Residential Area” mit privaten Ferienhäusern entstanden, dazu ein 18-Loch-Golfplatz, dessen Design von Golf-Veteran Gary Player stammt, sowie im Fünf-Sterne-Resort „La Résidence des Cascades” ein Wellness-Center, in dem sich betuchte Gäste die gängigen orientalischen und fernöstlichen Anwendungen gönnen.
Die örtlichen Tourismusstrategen weisen gerne darauf hin, dass das Wasser für die Luxusoase aus einer eigenen Meerwasserentsalzungsanlage stammt. Wer am Rande der Wüste auf perfekt gepflegtem Rasen seinen Golfschläger schwingen will, muss also kein schlechtes Gewissen haben.


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