Schwarzwald – da denkt man an dichte Fichtenwälder, Kirschtorte, Kuckucksuhren und die großen Häuser mit den typischen Krüppelwalmdächern. Nicht zu vergessen die Schwarzwaldmädels in ihrer schicken Tracht mit dem berühmten Strohhut, auf dem 14 Bollen aus Wolle befestigt sind. Fünf rote Bollen dienen als touristisches Symbol für das größte Mittelgebirge Deutschlands. Weniger bekannt ist, dass hier einer der schönsten und längsten Wanderwege Deutschlands verläuft, der sich mit seinen rund 280 Kilometern mit allen anderen anerkannten Fernwanderwegen messen kann.
Erste Überlegungen, einen Wanderweg von Nord nach Süd auszuschildern, gab es schon in dem 1864 von örtlichen Gastwirten und Geschäftsleuten gegründeten Schwarzwaldverein. Im Jahr 1900 war es schließlich so weit, dass der erste Höhenwanderweg von Pforzheim bis Basel eingeweiht werden konnte. Es folgten drei Jahre später der Ostweg nach Schaffhausen und der Mittelweg nach Waldshut. Durch die prächtige „goldene Pforte“ im Süden der Stadt verlassen jährlich Zehntausende Wanderer die Gold- und Uhrenstadt Pforzheim auf den Weg gen Süden, der Teil des Europa-Wanderwegs E 1 ist.
Seit viereinhalb Jahren darf der Westweg sich auch mit dem Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ des Deutschen Wanderverbands schmücken. Bereits auf den ersten beiden der insgesamt 13 empfohlenen Tagesetappen von Pforzheim nach Forbach sticht nicht nur die Markierung, sondern auch die Beschaffenheit des Weges positiv hervor. Mit 24 beziehungsweise 26 Kilometer sind die beiden Strecken für geübte Wanderer in jeweils gut sechs Stunden zu meistern.
Martin Kuhnle bietet in seinem Buch „Schwarzwald Fernwanderwege“ (Rother Wanderführer, 14,90 Euro) 13 Etappenvorschläge zwischen 16 und 29 Kilometer Länge mit Höhenprofil, Einkehr- und Übernachtungstipps. Weitere Hinweise im Internet unter www.schwarzwald.de und www.schwarzwald-tourismus.info.
Beginnend am Gasthaus Kupferhammer im Süden von Pforzheim geht es zunächst auf einem ausgetretenen Pfad durch ein kleines Waldstück, um nach einer halben Stunde im Stadtteil Sonnenberg wieder im Tal zwischen Enz und Nagold anzukommen. Bevor der Weg am Ende des ersten Tags in Dobel so richtig ansteigt, erweist sich die Enz als ein angenehmer Weggefährte. Der romantische Uferweg lockt nicht nur zahlreiche Radfahrer an, sondern auch Familien mit Kinderwagen.
Unterwegs hat der Wanderer die Wahl zwischen der alten Wegführung weiter durch den Wald oder einem Abstecher nach Neuenbürg. Hinter den Mauern des Schlosses wartet ein Heimatmuseum auf Besucher; zwei Eingänge weiter das vornehme Schlossrestaurant. Weiter geht es auf mit feinem Schotter gut befestigten Wegen. Mehrere Hütten und Aussichtspunkte sorgen für Abwechslung, bis der Luftkurort Dobel ins Blickfeld rückt.
Auf der zweiten Etappe bewegen wir uns gut vier Stunden auf den Höhenwanderwegen, die auf späteren Etappen weiter südlich mit dem Feldberg (1493 Meter) und dem Belchen (1356) ihre höchsten Punkte erreichen. Auch Tourismuszentren wie Hinterzarten und Titisee liegen am Westweg. Um auf 1000 Meter Höhe zu gelangen, genügt es bereits, nach Forbach bis zum Aussichtsturm Hohloh zu laufen. Für den Anstieg auf den Sandsteinstufen wird der Wanderer nicht nur mit den noch fehlenden 14 Höhenmetern entschädigt, sondern auch mit einer Fernsicht bis auf die Vogesen.


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