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11. November 2011  | Von Manfred Giebenhain

Klettern in der Margarethenschlucht

Margarethenschlucht – Die Wanderung durch die Naturidylle bei Neckargerach führt über schmale Pfade, Wurzeln und dicke Sandsteine

| Vergrößern | Klettersteig: Die in der Margarethenschucht gespannten Seile erleichtern den Aufstieg. Foto: Manfred Giebenhain Foto: Norbert Bartnik


Mit seinen acht Wasserfallstufen soll der Flursbach unweit von Neckargerach zu den schönsten Wasserfällen nördlich der Alpen zählen. Das Gebirgsbächlein ist auch einen Ausflug wert, wenn es nur wenig Wasser führt. Schließlich überquert der Wanderer auf seinem Weg durch die Margarethenschlucht mehrmals den Bach, um bei einem etwa einstündigen Fußmarsch insgesamt 110 Höhenmeter zu überwinden.
Auf seinem Weg nach oben kämpft er sich auf schmalen Pfaden mal über knorrige Wurzeln, mal über quadergroße Sandsteine. Die Schlucht ist beiderseits des Wasserfalls so steil, dass der Odenwaldklub und die Standortgemeinde zu der abschüssigen Seite hin Metallpfosten angebracht haben, an denen ein Seil befestigt ist. Stabile Wanderschuhe sind ebenso Voraussetzung wie eine gewisse Höhensicherheit, um den mit alpinen Klettersteigen vergleichbaren Weg zurücklegen zu können.
Die Mühe lohnt sich bereits bei der ersten Seitenüberquerung, die kurz nach dem beschilderten Eingang zur Schlucht erscheint. Von Farnen und Sträuchern bewachsene Sandsteinmassive zeugen von der Herkunft aus der Buntsandsteinzeit vor 240 Millionen Jahre. 1940 wurde die Region zum Naturschutzgebiet erklärt.
In den dunklen Ecken unter den höhlenartigen Vertiefungen verstecken sich Pilze und Flechten. Hier ist auch der Feuersalamander zuhause. Die Schlucht ist von einem dichten Buchenwald bewachsen. Das Plätschern des Bachs wird anfangs von den Geräuschen der Fahrzeuge auf der Bundesstraße begleitet. Erst am oberen Ende der Schlucht sind diese akustischen Störungen verklungen.
Das letzte Drittel verlangt den größten körperlichen Einsatz, um auf schmalen Wegen unter hervorstehenden Ästen und Felsenvorsprüngen voran zu kommen. Für geübte Wanderer wie für Kinder überwiegen die landschaftlichen Reize, die die Schlucht bietet. Bei vorsichtiger Herangehensweise ist der insgesamt 4,5 Kilometer lange Schluchtpfad (davon gut die Hälfte Rückweg nach Neckargerach über eine asphaltierte Straße) gut zu erwandern. Der Naturpark Neckartal-Odenwald warnt aber davor, die Schlucht nach starkem Regen oder bei Schneefall zu betreten. Ausgangspunkt des im Jahr 2007 angelegten geologischen Lehrpfads wie des knapp doppelt so langen Margarethenschluchtwegs ist der Bahnhof von Neckargerach. Dort stehen ausreichend kostenlose Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Die Margarethenschlucht ist bereits bei der Einfahrt zum Ort über die Bundesstraße 37 ausgeschildert. Bis zum Einstieg in die Schlucht legt der Wanderer einen halbstündigen Fußmarsch zum Gickelberg zurück. Zuvor überquert er die Bahnbrücke und steuert, vorbei an einem Wohngebiet, auf den Höhenwanderweg NG5 zu. Von hier oben bietet sich ein schöner Ausblick auf den Neckar.
Wer das Panorama am Neckar länger genießen und dabei auch die Minneburg, Schloss Binau und die Ruine Dauchstein aufsuchen möchte, kombiniert drei markierte Wanderwege miteinander. Der Weg mit einer Wanderzeit von dreieinhalb bis vier Stunden beginnt ebenfalls am Bahnhof von Neckargerach, verläuft Richtung Minneburg (NG5) und überquert den Neckar bei Guttenbach. Weiter südlich geht es über die Schleuse wieder auf die Nordseite (Markierung V sowie anschließend unmarkiert bis B1) entlang des Flusses bis Binau Siedlung.
Auf dem Berg werden die Mühen mit einem Ausblick bis Neckarelz und Obrigheim belohnt. Über NG5 führt der Weg durch die Margarethenschlucht herunter bis zurück nach Neckargerach. Erreichbar ist Neckargerach über die Bundesstraße 37 zwischen Eberbach und Mosbach.


 
 
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