Manchmal folgen die Attraktionen so kurz hintereinander, dass man das Gefühl hat, in einem Erlebnispark zu sein: Kuriose Skulpturen wie der „Eisenbaum“ laden zum Aufstieg ein, die Fassade des Biomassekraftwerks Wicker dient als Kletterwand, an der Alpinisten in die Höhe streben, und im Spielpark Hochheim turnen Kinder über „Dschungelbrücken“ oder erklimmen ein künstliches Vogelnest. Dazwischen sieht man immer wieder Zeugnisse der Industriekultur, die ebenso zu dieser Landschaft gehört.
Besonders auf dem ersten Teilstück der im September eingeweihten Regionalpark-Rundroute kommt man aus dem Schauen und Staunen kaum heraus. Das Rhein-Main-Gebiet, das nicht gerade den Ruf einer Erholungslandschaft hat, präsentiert sich hier voller Freizeitreize.
Eine detaillierte Karte der Regionalpark-Rundroute und viele weitere Broschüren über Attraktionen der Region gibt es kostenlos im Besucherzentrum an den Weilbacher Kiesgruben (geöffnet Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr). Die Karte erhält man auch gegen Zusendung eines mit 1,45 Euro frankierten Rückumschlags an das Regionalpark-Portal Weilbacher Kiesgruben, Frankfurter Straße 76, 65439 Flörsheim am Main. Weitere Hinweise im Internet unter www.regionalpark-rheinmain.de.
190 Kilometer lang ist die in einem weiten Bogen um Frankfurt herumführende Regionalpark-Rundroute, die am besten mit dem Fahrrad zu erkunden ist. Etwa drei Tage sollte man dafür veranschlagen, aber natürlich kann man auch nur Teilstücke in Angriff nehmen.
Startpunkt ist an der Mainspitze bei Ginsheim-Gustavsburg, wo man zunächst entspannt auf blauen „Sitzwellen“ lagert und den Blick über den Rhein auf das Mainzer Stadtpanorama genießt. Über die Kostheimer Mainbrücke geht es Richtung Hochheim, wobei ein paar Steigungen zu überwinden sind. Spätestens an der Flörsheimer Warte ist nach 14,4 Kilometern die Zeit für eine Rast gekommen. Hier gibt es Hochheimer Riesling und diverse Imbisse.
Im „Haus des Dichters“, einer Installation auf der Kuppe einer ehemaligen Deponie, folgt wenig später der Kulturgenuss. Der von Ginkgobäumen umgebene Rundbau wird von versteinerten Bücherregalen geziert, aus denen Gedichte herausragen. Das „Sommerlied“ von Ernst Jandl passt gut zur melancholischen Stimmung dieser Tour, die von Werden und Vergehen geprägt ist: „wir sind die menschen auf den wiesen / bald sind wir menschen unter den wiesen / und werden wiesen, und werden wald / das wird ein heiterer landaufenthalt“.


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