Das Städtchen im Norden Bayerns wurde schon vor Hunderten von Jahren als Heilort bekannt. Vor allem seine Quellen machten ihn berühmt. König Ludwig I. ließ Kissingen zu einem anerkannten Kurort ausbauen und schickte einen königlichen Architekten nach Kissingen. Mit Erfolg: Selbst gekrönte Häupter kamen. So zog es neben Zar Alexander II. und König Ludwig II. auch Kaiserin Elisabeth von Österreich – besser bekannt als Sissi – in den Ort, der 1883 zu Bad Kissingen ernannt wurde.
Noch heute zählt er sieben Heilquellen. Und doch hat er mit den Vorurteilen zu kämpfen, etwas in die Jahre gekommen zu sein. Tatsächlich ging auch in Bad Kissingen die Zahl der Übernachtungen Ende der neunziger Jahre deutlich zurück. Der Kurort jedoch investierte und beweist mittlerweile, dass der Sprung zu einem modernen Wellnessort gelingen kann.
Bayerisches Staatsbad Bad Kissingen, Am Kurgarten 1, 97688 Bad Kissingen , kostenfreies Servicetelefon 0800 976 8800, Internet www.badkissingen.de, E-Mail tourismus@badkissingen.de.
Da ist zum einen die Wandelhalle mit integrierter Brunnenhalle. Im Mai 2011 feierte die größte Trinkkurhalle der Welt ihr hundertjähriges Bestehen und zieht noch immer zahlreiche Besucher an. Zum einen, weil sie wunderschön renoviert wurde und zum anderen, weil in ihr täglich kostenfrei frisches Quellwasser gezapft und ausgegeben wird. Je nach Quelle und Temperatur kann das Wasser den Angaben zufolge unter anderem bei Verstopfungen, Kopfschmerzen, Atembeschwerden und Verspannungen helfen.
Doch auch der die Wandelhalle umgebende Kurpark lädt zum Entspannen ein. Die moderne KissSalis Therme liegt etwas vom Innenstadtkern entfernt auf einem kleinen Hügel und setzt den Wellnessgedanken des Ortes fort. Neben einem Becken mit sechsprozentiger Sole wird in den Innen- und Außenpools der Heilbadelandschaft Thermalheilwasser aus dem Schönbornsprudel verwendet. Dieses Konzept kommt gut an: Das Thermalbad hatte im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge knapp 360 000 Besucher.
Die lassen es sich zum Beispiel bei einer Soleinhalation und im Sprudelbecken gut gehen. Im Wellnessbereich werden neben Massagen und Moorpackungen unter anderem aufwändige Hamam-Zeremonien im Privatbad angeboten, bei denen einem die Haut kräftig gewaschen und gepeelt wird. Und dann gibt es auch noch eine Saunalandschaft mit einer verwunschen anmutenden Außenanlage: Mehrere Holzhäuser stehen da und erinnern ein bisschen an ein Hobbitdorf, so versteckt hinter Grün sind die kleinen Häuschen. Aus dem Schornstein der Erdsauna kommt Rauch der Holzkohle – und spätestens wenn gegen Abend die Dämmerung die Hütten in mildes Licht taucht, ist der Alltag vergessen.

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