Wenn man neben einem riesigen Weinfass sitzt, können in beschwingter Runde schon einmal seltsame Fantasien entstehen: Zum Beispiel wie viel Wein man pro Tag trinken könnte, wenn einem das bis zur Decke gefüllte Fass gehören würde. Gut und gerne 56 Liter wären es, wenn man 100 Jahre alt werden und im Alter von 18 Jahren mit dem Weingenuss begonnen hätte.Derlei Berechnungen sind natürlich unsinnig, allein schon deshalb, weil in dem laut Inschrift 1,7 Millionen Liter fassenden „größten Weinfass der Welt“ im Gegensatz zu den deutlich kleineren Heidelberger Fässern niemals Wein gelagert wurde. Der 1934 auf Initiative des Winzers und Küfers Fritz Keller errichtete Rundbau am Ortseingang von Bad Dürkheim diente von Anfang an als Restaurant und Weinlokal. In der Regel ist das Fass heute nur für Gruppen nach Voranmeldung oder während des Dürkheimer Wurstmarktes zugänglich, die Bewirtung erfolgt ansonsten im angeschlossenen Lokal „Bütt“.Hier und in vielen anderen Weinstuben im Ortszentrum kann man den rund um die Stadt angebauten Pfälzer Riesling und andere gute Tropfen verkosten. Wer deftige Gerichte schätzt, verspeist dazu Pfälzer Bratwürste, Pfälzer Leberknödel und natürlich Pfälzer Saumagen, jeweils serviert mit Weinsauerkraut.Höhepunkt des Schmausens und Zechens ist alljährlich im September beim Bad Dürkheimer Wurstmarkt, der eher ein Weinfest ist – mit über 600 000 Besuchern angeblich das größte der Welt. Aber auch in der Wintersaison gibt es ausgiebig Gelegenheit, sich an den örtlichen Spezialitäten zu laben. In der Regel verschiebt man das jedoch ans Ende eines Besuches in der Kurstadt. Zuvor lohnt ein Bummel durch das gigantische Gradierwerk, das nach einem Brand in alter Pracht wiederaufgebaut wurde. In der 330 Meter langen und bis zu 18 Meter hohen Anlage sind 250 000 Reisigbündel zu Wänden aufgeschichtet worden, über die Solewasser herunterieselt und dabei verdunstet. In vergangenen Jahrhunderten dienten Bauten dieser Art der Salzgewinnung, heute erhofft man sich von der salzhaltigen Luft einen heilsamen Effekt bei Erkrankungen der Atemwege. Ein Aufenthalt in der Bad Dürkheimer Salzgrotte – nach Angaben der Betreiber Deutschlands größte – soll zudem neue Lebensenergie spenden.Der schönste Ort, um an einem kühlen Wintertag etwas Wärme zu tanken, ist das Salinarium. Der Name verheißt eine salzhaltige Atmosphäre, diese beschränkt sich aber auf das warme Sole-Außenbecken. Die Badelandschaft mit ihren großen Schwimm- und Kinderbecken ist besonders für Familien gedacht. Die Riesenrutsche ist auch im Winter geöffnet. Wer sich genussvoll entspannen will, besucht die beiden mit einem Lift verbundenen Saunalandschaften – eine befindet sich im Tiefgeschoss, die andere auf dem Dach. Oben findet man einen Freibereich mit Wasserbecken und der obligatorischen Blockhaussauna. Auch ein osmanisches Bad, ein moderat temperiertes Sanarium und diverse Ruheräume stehen zur Verfügung.Weitere Entspannungsmöglichkeiten befinden sich im Kurzentrum. Hier gibt es ein etwas in die Jahres gekommenes Thermalbad und diverse Wellnessangebote. In naher Zukunft soll auch Bad Dürkheim eine zeitgemäße Therme bekommen, für die noch ein privater Investor gesucht wird.
Bad Dürkheim erreicht man von Südhessen aus über die Autobahn A67 Richtung Mannheim, am Viernheimer Dreieck geht es auf die A6 Richtung Saarbrücken, am Kreuz Frankenthal Richtung Neustadt/Weinstraße, an der Ausfahrt 60 Richtung Bad Dürkheim.
Der Gradierbau in Bad Dürkheim ist noch bis zum 19. Dezember täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 1,50 Euro.
Die Saunalandschaft im Salinarium ist montags von 12 bis 22 Uhr, dienstags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr, freitags von 10 bis 23 Uhr und samstags und sonntags von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 11,90 Euro inklusive Benutzung des Freizeitbades. Weitere Informationen im unter www.bad-duerkheim.com und www.salinarium.de.

Merken
|
















