Im dortigen Fürstenhof verlebten Ludwig und Lola dann ein paar entspannte Tage, die den dichtenden Monarchen zu folgenden Zeilen inspirierten: „Süße Düfte streut die Linde / in dem schönen Brückenau. / Unter Zweigen, die sich neigen, / wallt die allerschönste Frau: / Lola Montez, die Sylphyde, / mit dem rabenschwarzen Haar, / feinen Brauen und den blauen / Augen hell und klar!“
Ein dauerhaftes Glück war den beiden freilich nicht beschieden. Zwar ernannte der König seine Geliebte noch zur Gräfin, aber schon im Februar 1848 musste sie wegen wachsender Anfeindungen in die Schweiz fliehen. Ludwig I. wurde nach der Märzrevolution zur Abdankung gezwungen.
Staatliche Kurverwaltung: Heinrich-von-Bibra-Straße 25, 97769 Bad Brückenau, kostenfreies Servicetelefon 0800 9911999, E-Mail: staatsbad@badbrueckenau.com, Internet: www.badbrueckenau.com. Der „Vital Spa“ im Dorint Resort ist täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Die Drei-Stundenkarte kostet montags bis freitags zwölf Euro, sonntags ab 16 Uhr ebenfalls zwölf Euro, die Tageskarte montags bis freitags 28 Euro, am Wochenende 39 Euro. Weitere Hinweise (auch über Kurzurlaube) über Telefon 09741 850 sowie im Internet unter hotel-bad-brueckenau.dorint.com.
Geblieben ist eine dramatische und mehrfach verfilmte Geschichte mit Liebe, Hass, Leidenschaft, Betrug, Verrat und finsteren Intrigen, die auch in Bad Brückenau gerne erzählt wird. Am Rande des Kurparks steht noch immer der Fürstenhof, die ehemalige Sommerresidenz des Königs. Auch andere Bauten am Rande des Kurparks stammen noch aus der Zeit, als Ludwig I. hierher zur Kur kam. Das 1747 von den Fürstbischöfen von Fulda gegründete Staatsbad kam 1816 in den Besitz des Königreichs Bayern und war wegen seines Heilwassers und der noblen Ausstattung bei erlauchten Kreisen sehr beliebt.
Noch heute strahlt das drei Kilometer vom Ortszentrum entfernte Staatsbad Brückenau einen nostalgischen Zauber aus. Bewaldete Hänge umgeben das klassizistische Bauensemble mit dem 1833 eröffneten Kursaalgebäude im Mittelpunkt. Dort erinnert der für Empfänge und Büfetts genutzte „Lola-Montez-Saal“ an die königliche Mätresse. Das am Hang liegende Hotel Bellevue aus dem Jahre 1819, das 1823 eröffnete Badhotel und das zwischen 1899 und 1901 errichtete Logierhaus vervollständigen das Bild.
Zwischen den einzelnen Gebäuden sorgen Sichtachsen für weite Blicke, daneben plätschert das Flüsschen Sinn durch das Tal. Das Stilempfinden wird nur durch die neben dem Kursaalgebäude liegenden Tennisplätze und die Tennishalle etwas gestört, ansonsten können die durch den Park flanierenden Gäste die Atmosphäre einer vergangenen Zeit genießen.


Merken
|
















