Radfahren macht Spaß und ist gesund. Eine hügelige Landschaft ist allerdings nicht jedermanns Sache. Die moderne Technik hat hierfür eine Abhilfe geschaffen: das Pedelec, gemeinhin einfach E-Bike genannt. Der elektrische Hilfsmotor unterstützt den Radler in einem Maß, das dieser selbst bestimmen kann. Wenn ihm danach ist, kann er den Zusatzservice durch einen kleinen Hebeldruck auch komplett auf Null stellen.
Im Spessart-Mainland kann man die Vorteile der E-Bikes testen. Hier gibt es bereits 18 Verleih- und Aufladestationen, sowie acht weitere Adressen, an denen der Akku kostenlos ausgetauscht werden kann. Unter dem Begriff „movelo“ bilden sie ein Netzwerk, dem verschiedene Hotels, Bike-Shops und auch ein Campingplatz angehören. Zu haben sind dort Räder der Marke Swiss Flyer. Bei einer Tour von Miltenberg nach Mespelbrunn haben wir sie ausführlich getestet.
Die Leihgebühr für E-Bikes beträgt meist 20 Euro pro Tag und Bike; auch halbe Ausleih-Tage sind möglich.
Bei der Tourist-Information Spessart-Mainland in Aschaffenburg (Telefon 06021 394271 gibt es ein Faltblatt mit allen Verleihstationen sowie Touren-Vorschlägen. Informationen über das Spessart-Räuberland rund um Mespelbrunn gibt es unter Telefon 06092 1551. Ab April 2012 werden hier auch geführte E-Bike-Touren angeboten. Weitere Hinweise in der Radwege-Broschüre des Tourismusverbands Mailand Miltenberg-Churfranken (Telefon 09372 6606975).
Das Wasserschloss Mespelbrunn kann alljährlich von Karfreitag bis Allerheiligen täglich durchgehend von 9 bis 17 Uhr besichtigt werden. Erwachsene zahlen vier Euro für die rund vierzigminütige Führung. Größere Gruppen sollten sich vorher anmelden. Infos bei der Schlossverwaltung, Telefon 06092 269.
Start ist in Miltenberg im Hotel Hopfengarten nahe des Würzburger Turms. Wir sind zu fünft und haben die Räder eine Woche vorher reservieren lassen. Die Touristikregion Churfranken (unter diesem Begriff haben sich vor ein paar Jahren rund zwanzig Weinbaugemeinden im Landkreis Miltenberg zusammengeschlossen) hat vor wenigen Wochen eine neue Radwege-Broschüre aufgelegt, in der acht Rund-Touren beschrieben sind. Die sind zwischen 30 und 40 Kilometer lang und können von sportlichen Fahrern auch mit einem gewöhnlichen Rad ohne Mühe bewältigt werden. Uns jedoch zieht es an diesem Herbsttag hinaus ins Spessart-Räuberland. So nennt sich die Region im Maindreieck zu der die Gemeinden Rothenbuch, Weibersbrunn, Mespelbrunn, Heimbuchenthal, Leidersbach, Dammbach, Eschau und Mönchberg gehören.
Radeln mit einem E-Bike ist eine bequeme Sache. Etwa so, als ob man ständig Rückenwind hätte. Auf dem ersten Tourenabschnitt entlang des Mains über Klingenberg bis nach Elsenfeld schalten wir die Unterstützung nur minimal zu; schließlich führt der Radweg hier durch die Ebene. Auch danach steigt der Weg auf der Trasse der früheren Spessartbahn nur allmählich an, führt durch das Elsavatal über Schippach, Eschau und Heimbuchenthal. Von diesem idyllischen Flecken aus geht es nach Mespelbrunn (269 Meter hoch gelegen).
Das romantische Schloss Mespelbrunn ist als Ausflugsziel und Schauplatz des Films „Das Wirtshaus im Spessart“ bekannt. Urkundlich erstmals erwähnt wurde der „Platz zum Espelborn“ am 1. Mai 1412, als Erzbischof Johann von Mainz ihn dem tapferen Ritter Hamann Echter für treu geleistete Dienste schenkte. Aus Anlass dieses 600-jährigen Jubiläums führt die Spessartbühne Mespelbrunn im kommenden Jahr vom 2. Juni bis zum 25. August die Räuberschmonzette mit mehr als hundert Laien-Darstellern auf der Freifläche vor See und Burg auf. Nach der Besichtigung des Wasserschlosses (nur im Rahmen einer Führung möglich) und einem Mittagessen auf der Terrasse des nahen Schlosshotels machen wir uns auf den Rückweg.


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